Rechte und Standards

Im Zuge einer psychotherapeutischen Behandlung müssen seitens des Therapeuten Berufspflichten eingehalten werden. Damit einhergehend stehen besondere Rechte der PatientInnen, die im Psychotherapiegesetz verankert sind.


Freiwilligkeit

Jegliche psychotherapeutische Behandlung erfolgt freiwillig. PatientInnen haben das Recht auf die freie Wahl eines Psycho-therapeuten.


Verschwiegenheitspflicht

Psychotherapeuten sind gemäß dem Psychotherapiegesetz in Österreich zur uneingeschränkten Verschwiegenheit über alle ihnen in Ausübung ihres Berufs anvertrauten Geheimnisse verpflichtet, und zwar gegenüber allen Dritten einschließlich Ehegatten, Lebensgefährten, aber auch privaten und öffentlichen Einrichtungen, wie z.B. Behörden oder Sozialversicherungsträgern (§15 PthG).
Diese Verschwiegenheitspflicht gilt während und nach Abschluss einer Psychotherapie.

Es auch nicht möglich, dass PatientInnen selbst die Schweigepflicht des Psychotherapeuten aufheben. Das ist sehr wichtig, denn damit können Dritte, wie z.B. Verwandte, auch nicht durch etwaiges Druckausübung auf Patienten eine Auf-hebung erreichen, sodass die Bestimmung zum Schutz und zur Entlastung der PatientInnen beiträgt. Eine Verletzung der Verschwiegenheitspflicht kann nur dann entschuldbar sein, wenn allein dadurch in einer Notlage bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung ein unmittelbar drohender Nachteil von sich selbst oder anderen abgewendet werden kann.
Das Psychotherapiegesetz ist somit wesentlich strenger gefasst als beispielsweise das Berufsgeheimnis der Ärzte (§ 26 Ärztegesetz).


Aufklärung und Information

PatientInnen haben das Recht, alle Auskünfte über die Art und den Umfang der Behandlung sowie über die Rahmenbedingungen zu erhalten (z.B. die Häufigkeit der Sitzungen, die Honorierung, die Regelung bezüglich Absage von Sitzungen bei Urlaub oder Verhinderung, usw).
PsychotherapeutInnen sind dazu verpflichtet, Verhaltens-störungen und Leidenszustände sorgfältig abzuklären und Aufzeichnungen zu führen (Beginn und Beendigung der Behandlung, Zeitpunkt und Dauer der einzelnen Sitzungen, allfällige ärztliche oder klinisch-psychologische Befunde, etwaige Konsultationen von Berufskollegen).

Wenn PsychotherapeutInnen von der Behandlung zurücktreten wollen, müssen PatientInnen davon so zeitgerecht wie möglich informiert werden, dass diese die Psychotherapie möglichst ohne Unterbrechung bei einer anderen Psychotherapeutin bzw. einem anderen Psychotherapeuten fortsetzen können.


Seriosität

Ebenso wie Ärzten, ist es auch Psychotherapeuten untersagt, Werbung mittels Annoncen, Plakaten u.dgl. zu betreiben, sowie unhaltbare, irreführende oder unnachweisbare Behauptungen (etwa: "bester Therapeut in xy", "Erfolgsgarantie",..) zu treffen. PsychotherapeutInnen sind verpflichtet, sich nachweislich auf die erlernten Arbeitsmethoden zu beschränken und sich regelmäßig fortzubilden.